Mittwoch, 4. März 2009

Orthodoxe Ostern in Rußland erleben

Der Ostergottesdienst und Ostersonntag

" ... Traditionell nimmt man Osterkuchen und Eier mit in die Kirche, um sie zu weihen. Schon am Samstagabend versammeln sich festlich gekleidete Menschen, gläubige und Atheisten, Kinder und Erwachsene zu der festlichen Messe. Diese Tradition stammt von sehr alten Zeiten, wenn man geglaubt hat, dass die Teufelskreaturen in der Nacht vor Ostern besonders böse wurden. Nach dem Sonnenuntergang trauten sich die Leute nicht mehr auf die Straße, weil sie in jeder Katze eine Hexe und in jedem Hund einen Teufel sahen. Die Kirche war dagegen ein sicherer Zufluchtsort. Diese Tradition konnte erstaunlicherweise sogar die Sowjetischen Zeiten überleben, wenn alles "kirchliches" verboten war.
Der Gottesdienst am Abend vor Ostersonntag der wichtigste des ganzen Jahres. Doch diese mehrstündige Prozedur in der Osternacht erfordert von den Gläubigen einiges Durchhaltevermögen. Meist dauert er von halb zwölf Uhr nachts bis drei Uhr morgens. Sitzplätze gibt es in orthodoxen Gotteshäusern nur wenige.
Fast mystisch wirkt die Zeremonie auf den fremden Besucher. Gegen Mitternacht tritt der Geistliche mit einer großen Kerze in der Hand in die versammelten Reihen und spricht die nahezu magischen Worte "Christus ist auferstanden". Die Gläubigen antworten ihm im Chor: "Fürwahr, er ist auferstanden."
Ein wenig später schreitet der Pope gemäßigten Schrittes durch die Massen Richtung Ausgang. Es ist Zeit für den Kreuzgang. Er symbolisiert den Weg der Jünger, die dem auferstandenen Christus entgegen gingen. Zusammen mit seinen Gläubigen geht der Geistliche einmal um die Kirche - entgegen dem Uhrzeigersinn. Mitgeführt werden neben den Kerzen auch Flaggen, das Evangelium und die Ikone der Auferstehung Christus. Nach dem Gang um die Kirche wird der Gottesdienst fortgesetzt. Gegen drei Uhr nachts gehen auch die letzten nach Hause ...
Ostersonntag und Friedhofbesuch: Am Ostersonntag feiern sie weiter im Kreise der Familie. Und zusammen mit allen Verwandten wird der (geweihte) Kulitsch oder Osterbrot angeschnitten.
Jahr für Jahr pilgern Millionen Russen am Ostersonntag auf die Friedhöfe und trinken an den Gräbern ihrer Angehörigen ein Gläschen Wodka. Der Gang auf den Friedhof ist ein Überbleibsel aus der Sowjetzeit. Weil es damals verpönt oder gar verboten war, in die Kirche zu gehen, besuchten die Gläubigen die Gräber ihrer Nächsten und begingen dort das Osterfest.
Schnell entwickelte sich daraus eine Art Volksfest, so dass bis heute viele Menschen, ob gläubig oder nicht, zum Friedhof spazieren und dort ein Picknick mit Kulitsch, Pascha und Ostereiern veranstalten. Viele sitzen auch auf den Friedhofsbänken und füttern Vögel mit ein paar Brotresten. Die Stimmung der meisten Besucher ist ausgelassen. Ostern ist schließlich Tag der Wiederauferstehung, also ein Festtag der Lebenden und nicht der Toten.
Eine andere Erklärung für den Brauch, an Ostern auf den Friedhof zu gehen, besteht darin, dass das Fest oft mit dem Beginn des eigentlichen Frühlings zusammenfällt, der Schnee gerade geschmolzen ist und viele Gräber tatsächlich gepflegt werden müssen. Für das Andenken an die Verstorbenen gibt es bei der orthodoxen Kirche einen speziellen Gedenktag, der zehn Tage nach Ostern begangen wird. Doch da dieser "Tag der Eltern" auf einen Werktag fällt, sind viel weniger Menschen auf dem Friedhof als zu Ostern.
Auch die Behörden haben sich mit der Sitte schon abgefunden. Moskaus Bürgermeister Juri Luschkow richtete in den vergangenen Jahren wegen des großen Andrangs zusätzliche Buslinien zu den Friedhöfen der russischen Hauptstadt ein. Die orthodoxe Kirche ist mit diesem Brauch allerdings nicht einverstanden. Einige beschuldigten den Bürgermeister, die Verletzung des Kirchenkanons mit seinen Aktionen zu unterstützen ... " Quelle und mehr zum Thema

Seien Sie Gast am Tisch des Popen im Städtchen Svenigorod (siehe Bild oben) im Moskauer Gebiet. Nehmen Sie teil an den Vorbereitungen zum Osterfest, den Ritualen und nehmen Sie anschliessend zum Ende der Fastenzeit am vollen Tisch Platz. Kalinkatours bietet Ihnen dieses einmalige Erlebnis als verlängerte Wochenendreise von Freitag dem 17. April bis zum Montag dem 20. April an ... Zum Reiseangebot

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Kommentare:

author hat gesagt…

Moin Ralf Hellbart,
schönes Blog und guter Blogmaster,
werde oft hier einschauen...
Mit Gruß
Paukstadt

Ralf hat gesagt…

Hallo Herr Paukstadt,

vielen Dank! Vor allem der "gute Blogmaster" geht mir runter wie Öl ;-) - ich fange doch gerade erst mit dem Bloggen an!

Grüße
Ralf Hellbart